Neustart für die Marktplatzsanierung in Pappenheimer
Nach zehn Jahren des Stillstands kommt nun, ein Jahr vor der Kommunalwahl, die Neugestaltung des Pappenheimer Marktplatzes wieder auf die Gesprächsliste des Stadtrates. Während Deisingerstraße und Graf-Carl-Straße im Rahmen des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes bereits saniert wurden, wartet der Marktplatz weiterhin auf seine Umgestaltung, die jetzt mit der Überarbeitung der bestehenden Pläne erneut angegangen werden soll.
Der Blick zurück
Die Sanierung der Altstadt und auch des Marktplatzes, war bereits im städtebaulichen Entwicklungskonzept vom Stadtrat beschlossen worden. Vorher hatten drei Architekturbüros Entwürfe eingereicht, und der Stadtrat entschied sich damals dafür den Plan des Pappenheimer Architekten Clemens Frosch umzusetzen.
Doch dann entbrannte die legendäre Debatte um Details. Insbesondere ging es darum, ob die Kreisstraße gepflastert oder asphaltiert werden sollte. Dies führte zu einem Bürger- und einem Ratsbegehren, bei denen sich die Bürgerinnen und Bürger für die modifizierte Planung des Ratsbegehrens entschieden.
Da der damalige Stadtrat sich nicht auf ein endgültiges Konzept für den Marktplatz einigen konnte, wurden die Maßnahmen aufgeteilt und der Marktplatz von den Planungen abgekoppelt. In der Zwischenzeit wurden die Deisingerstraße, der Lämmermann-Platz, die Bauhofstraße und große Teile der Graf-Carl-Straße saniert. Der Marktplatz hingegen blieb unverändert.
Neue Pläne mit Anpassung an moderne Anforderungen
Nun stand die Frage im Raum, ob die ursprüngliche Planung von Clemens Frosch doch noch umgesetzt werden soll oder ob es sinnvoller wäre, nur die Seitenbereiche umzugestalten und die asphaltierte Fahrbahn beizubehalten. Dieser Vorschlag hat nach Ansicht der Stadtverwaltung gleich mehrere Vorteile:
Die Vollsperrung des Verkehrs könnte vermieden werden.
Kanal- und Wasserleitungen müssten nicht erneuert werden.
Eine kostengünstigere Umsetzung wäre möglich.
Auch Architekt Clemens Frosch hat signalisiert, dass er seine ursprüngliche Planung mit Wasserspiel und Podest beim „Hirschen“ zwar weiterhin befürwortet, sich aber aufgrund der anstehenden fundamentalen Veränderungen und anderweitiger Verpflichtungen nicht mehr federführend einbringen möchte.
Hinzu kommt, dass sich die Förderrichtlinien der Städtebauförderung inzwischen geändert haben. Zuschüsse gibt es vor allem für Projekte mit klimaangepassten Elementen wie Entsiegelung, Grünflächen, Wasserelementen und Barrierefreiheit. Deshalb tendiert Bürgermeister Florian Gallus dazu, die bestehende Planung von Frosch durch ein Fachbüro für Landschafts- und Freiraumplanung überarbeiten zu lassen.
Wie geht es weiter?
Die Stadtverwaltung hat nun die Planungsbüros Herb & Partner aus Buttenwiesen, Hackl Hofmann aus Eichstätt, Ermisch und Partner aus Roth mit der Ausarbeitung von Planungsentwürfen beauftragt.
Sobald deren Entwürfe vorliegen, wird die Stadt in Abstimmung mit der Regierung von Mittelfranken klären, welche finanzielle Unterstützung möglich ist. Dies könnten im Idealfall bis zu 90 % der förderfähigen Kosten sein.
Stadtrat behält die Diskussions- und Entscheidungshoheit
Die politische Debatte um die Neugestaltung des Marktplatzes könnte wieder lebhaft werden. Astrid Weddige vom Bündnis90/Die Grünen regte bei der Stadtratssitzung am 27.02.2025 an, das Thema zunächst im Bauausschuss zu beraten, da die Maßnahme das Stadtbild für Jahrzehnte prägen werde und bei den Stadtratssitzungen die Zeit für ausführliche Erörterungen nicht vorhanden sei. Doch Bürgermeister Gallus plädiert gerade wegen der Strahlkraft und der epochalen Bedeutung der Marktplatzgestaltung dafür, das Thema ausschließlich im Stadtrat zu besprechen.
Dem pflichtete sein Stellvertreter Walter Otters (Freie Wähler) bei und erinnerte an die hitzigen Diskussionen der Vergangenheit: „Wir haben damals ein großes Fass aufgemacht.“ Deshalb sei es nun wichtig, dass der Stadtrat geschlossen hinter den Entscheidungen über die Marktplatzgestaltung stehe. Christa Seuberth (SPD) regte gar eine eigene Klausursitzung an, um der Bedeutung des Projekts gerecht zu werden. Bürgermeister Florian Gallus versichert, dass der Stadtrat genügend Zeit bekommen werde, das Projekt zu beraten. Im Bedarfsfall werde es hierzu Sondersitzungen geben.
Das neu geplante Sanierungsgebiet des Marktplatzes umfasst eine Fläche von rund 3.300 Quadratmetern, wovon etwa 1.300 Quadratmeter auf die Fahrbahn entfallen. Es erstreckt sich über den Marktplatz sowie die bislang unsanierten Bereiche der Stadtvogteigasse, den nördlichen Teil der Graf-Carl-Straße und den Anfangsbereich der Klosterstraße mit dem angrenzenden Parkplatz. Bis es eventuell zu einer Umsetzung kommt, sind noch einige Diskussionen zu erwarten. Wie etwa über das von Astrid Wendige als „Weißer Elefant“ angesprochene „Schnappatmungsthema“ der Poller- und Kettenabsperrungen der Städtischen Flächen an der Rückseite des Klenze-Schlosses. „Wir brauchen diese Flächen für die Marktplatzgestaltung“, führte Weddige vor dem Stadtrat aus. Für dieses Thema sei es noch zu früh, meiner Bürgermeister Gallus man könne heute noch keine Details planen, „weil wir erst sehen müssen, auf welchen Weg uns die einzelnen Schritte führen.“ Es sei nämlich noch völlig unklar wie und wann der Marktplatz saniert wird.
Beschlossen ist bislang eine Absichtserklärung, dass man die Sanierung des Marktplatzes sowie der angrenzenden, bislang unsanierten Bereiche angehen möchte. Dabei soll der ursprüngliche Planungsentwurf von Architekt Clemens Frosch überarbeitet werden, insbesondere mit Blick auf den Erhalt der bestehenden Asphaltfahrbahn und die Integration klimaangepasster Gestaltungselemente und der Barrierefreiheit. Um die maximale Förderung zu sichern, werden Angebote von den drei oben genannten Landschaftsarchitekturbüros eingeholt, welche die bestehende Planung den neuen Vorgaben anpassen sollen.