Erinnerungen an Gräfin Ursula zu Pappenheim

Ein Büchlein zur Erinnerungen an Ursula Gräfin zu Pappenheim haben die Stadt Pappenheim und der Heimat- und Geschichtsverein jetzt präsentiert. Zur Vorstellung des Werkes im evangelischen Gemeindehaus waren die Familie Gräfin Ursulas und mehr als 100 Gäste gekommen, die teilweise von weither angereist sind. Buchautor und Verleger stellten das Buch vor.

Mehr als 100 Gäste hatten sich nach dem Gottesdienst im evangelischen Gemeindehaus versammelt, wo sie vom Hausherrn Dekan Popp auf das herzlichste begrüßt wurden. So waren unter den Gästen die Töchter Iniga Gräfin von und zu Egloffstein mit Gatten und Raily Gräfin von der Recke. Nicoline von Brasch, die dritte Tochter hatte ihr Kommen kurzfristig absagen müssen und Beatrix Freifrau von  Süsskind, die Schwester Gräfin Ursulas kam mit ihrem Sohn Robert Freiherr von Süsskind später zum gemeinsamen Mittagessen.

Auf die Einladung der Stadt Pappenheim und des Heimat und Geschichtsvereins waren Landrat Wägemann, Solnhofens Bürgermeister Manfred Schneider, Dieter Meyer als Leiter der Polizeiinspektion Treuchtlingen und Stadträtin Pia Brunnenmeier gekommen. Als oberster Repräsentant der Vereinigung Allniederlandt war sogar der Grootmynheer Dr. Elmar Schieder (Jong van Schuyt) zusammen mit Prof. Karl Getsberger (Kord van Grieken) aus München angereist.

Auch zahlreiche Abordnungen der Pappenheimer Vereine und Institutionen waren zu Ehren Gräfin Ursulas zu der Buchvorstellung gekommen.

Es sei nicht ganz einfach gewesen, erinnerte sich Landrat Gerhard Wägemann an die Trauerrede, bei der er als einziger Redner, Gräfin Ursula mit einem Nachruf würdigen durfte, die Anerkennung und Respekt weit über den Landkreis hinaus genoss. Fast ein Jahrhundert habe Gräfin Ursula das Stadtgeschehen mit geprägt. Der Landrat dankte dem Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. für sein Bestreben ein  Buch zu schaffen, das dazu beitragen wird, die Erinnerungen an Gräfin Ursula in den Herzen Menschen weiterleben zu lassen.

Auf die bedeutsame Geschichte Pappenheims wies Bürgermeister Uwe Sinn hin und unterstich die Bedeutung des Familienstammes derer zu Pappenheim. Beeindruckt zeigte sich Sinn, dass es in Pappenheim und auch in Bellenberg, Gräfenthal, Lützen und sogar in Zürich Menschen gibt, die seit langen Jahren im Geiste der Pappenheimer Geschichte freundschaftliche Verbindungen pflegen. Diese Treffen begannen im Jahre 2006 anlässlich des 80. Geburtstags von Gräfin Ursula und setzten sich dann in der Bahnhofstraße bei der „Tulipomania“ fort. „Immer war Gräfin Ursula das Herzstück dieser Treffen“, betonte Sinn.

Bemerkenswert sei auch ihre Bindung zur Jugend gewesen, denn die jungen Leute vom „Pappenheimer Maibaum e.V.“ hatten Gräfin Ursula sogar den Maibaum des Jahrs 2016 gewidmet.

„Gräfin der Herzen“, besser könne man ein Buch für Gräfin Ursula nicht überschreiben“, meinte der Bürgermeister und wies darauf hin, dass die Entstehung des Buches auf die langjährige Verbindung des Autoren Maik Reichel mit dem Pappenheimer Heimat- und Geschichtsverein zurückgeht.

Weitgereiste Gäste
Die weiteste Anreise zur Buchvorstellung in Pappenheim hatte Hans-Peter Zuttel aus Zürich. Er ist ein Nachfahre des Pappenheimer Mesners, Siebmachers und Chronisten Johann Zuttel, dessen Aufzeichnungen für die Jahre 1703-1739  Grundlage für die sogenannte Pappenheimer „Zuttelchronik“ sind.

Viel lieber wäre Simone Vogt-Keller, die Bürgermeisterin von Bellenberg nach Pappenheim gekommen um hier Gräfin Ursula zu treffen, mit der sie eine freundschaftliche Verbindung pflegte. Von 1617 bis 1740 haben die Pappenheimer Reichserbmarschälle Bellenberg regiert, wusste die Bürgermeisterin zu berichten, wovon es aber leider heute keine baulichen Zeugnisse mehr gebe. Allerdings soll in der Gemeinde ein Pappenheimer Stelenweg angelegt werden. Die Einweihung dieses Pappenheimer Weges biete sich als Gelegenheit an, dass sich die Freunde der Pappenheimer Geschichte schon im nächsten Jahr in der Gemeinde Bellenberg treffen.

Henry Bechtold, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins „Die Pappenheimer“ in Gräfenthal konnte berichten, dass in seiner Stadt die Pappenheimer Marschälle im 15. und 16. Jahrhundert segensreich gewirkt haben. Und so beantragte man im 19. Jahrhundert die Brauerei in Gräfenthal, die „Brauerei zum Pappenheimer“ benennen zu dürfen, was damals vom Gräflichen Haus in Pappenheim auch gestattet wurde. Gräfin Ursula sei zu vielen Gelegenheiten in Gräfenthal gewesen und sei den dortigen „Pappenheimern“ immer freundschaftlich verbunden gewesen.

Uwe Weiß, der frischgewählte Bürgermeister der Stadt Lützen freute sich über seinen ersten Aufenthalt in Pappenheim und kündigte an von Lützen aus Busreisen nach Pappenheim zu organisieren und die Gemeinschaft der Pappenheimer zum Stadtjubiläum im Juni 2019 einzuladen.

Ein Buch mit vielen Facetten

IINFORMATION
Das Buch „Gräfin der Herzen“ kann in der Tourist-Information zum Preis von 19,80 Euro erworben werden

„Es wird ein Buch vorgestellt, dass so eigentlich  nicht hätte entstehen sollen“, stellte der Buchautor Maik Reichel fest. Denn schon im Jahre 2016 anlässlich des 90. Geburtstags war das Erscheinen geplant, was dann aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich war. Jetzt ein viertel Jahr nach ihrem Tod Gräfin Ursulas, einen Tag vor ihrem 92. Geburtstag  sei es aber trotzdem ein guter Anlass das Erinnerungswerk vorzustellen. „Bei so einem Buch kommt man  natürlich an Feldmarschall Gottfried Heinrich von Pappenheim nicht vorbei“, stellte Reichel fest. Dieser ist ja bekanntlich im Jahre 1632 am gleichen Tag wie der Schwedenkönig Gustav II. Adolf in der legendären Schlacht bei Lützen gefallen. Aus vielen Gesprächen wisse Reichel, dass Gräfin Ursula ihrem als Kämpfer berühmten Vorfahren immer sehr nahe stand.

Neben Aufzeichnungen aus dem Leben Gräfin Ursulas finden sich in dem Buch auch Beiträge über historisch bedeutsames im Zusammenhang mit Pappenheim. So wird die Textpassage aus dem Schillerdrama Wallensteins Tod dargestellt aus der die Bedeutung des Spruches „Ich kenne meine Pappenheimer“ deutlich wird. Auch der Vertreter des damaligen Feindes, der schwedische Botschafter, der 1994 bei der Einweihung des Gottfried-Heinrich-Denkmals in Pappenheim als Ehrengast verweilte, kommt in dem Buch zu Wort und schreibt über seine Eindrücke in Pappenheim.

Auch die Pappenheimer kommen zu Wort. Viele Vereine und Pappenheimer Bürger haben das Angebot der Heimat- und Geschichtsvereins angenommen, ihre Erinnerungen an Gräfin Ursula in Worte zu fassen und sind somit in dem Buch verewigt.

„Gräfin Ursula hat die Menschen geliebt und wurde von den Menschen geliebt“, so das Fazit des Autoren Maik Reichel

Fotograf und Verleger Janosch Stekovics war zusammen mit dem Autor mehrere Tage in Pappenheim unterwegs um neben seinen Fotos und Eindrücke von Gräfin Ursula und Pappenheim zu sammeln. Aufgrund dieser Eindrücke ist der Buchtitel „Gräfin der Herzen“ entstanden. Üblicherweise kann man so ein Buch nicht in einem viertel Jahr machen, meine Stekovics aber der unbedingte Wille, und die tatkräftige Unterstützung und die gute Zusammenarbeit mit Renate Prusakow hätten ihn schließlich überzeugt.

Nach dem offiziellen Teil konnten die Bücher schließlich auch erworben werden und beim anschließenden Sektempfang im Hof des Gemeindehauses spielte die Stadtkapelle Pappenheim auf. Natürlich begann das kleine Platzkonzert mit dem Pappenheimer Marsch über den sich Gräfin Ursula immer besonders gefreut hatte.

Rund 60 Gäste verbrachten danach noch bis zum Abend einen sonnigen Sonntag in Pappenheim. Bei einem gemeinsamen Mittagessen im Hotel Sonne gab es viele angenehme Gespräche mit Beatrix Freifrau von  Süsskind, der Schwester Gräfin Ursulas und Robert Freiherr von Süsskind, die aus dem Schloss Dennenlohe nach Pappenheim gereist waren.

Nach einem Sonntagsspaziergang durch die Altstadtstraßen und –Gassen gab es in Martinas Art-Cafe noch Kaffee und Kuchen, bevor das Treffen der Pappenheimer aus nah und fern zu Ende ging, bei dem die Erinnerung an Gräfin Ursula im Mittelpunkt stand.




Lämmermann – Das Caféhaus in Pappenheim

In diesem Tagen wird mit den sogenannten Lämmermannhäusern ein Stück Pappenheim beseitigt, das in unserer Stadt über ein halbes Jahrhundert mehr war als ein Gebäude. Für viele Pappenheimer, die  auf eine gewisse Anzahl von Lebensjahren zurückblicken können, war „Das Cafe Lämmermann“ eine Institution an die sich Pappenheimer Erinnerungen an eine gute Zeit in Pappenheim knüpfen.

Selbst dem Gebäude alleine hat das Landesamt für Denkmalpflege noch im November 2012 eine wesentliche städtebauliche Bedeutung attestiert. „Als eines der wenigen Häuser in der Straße traufständig, kommt dem durch seine Dreigeschossigkeit stattlich wirkenden

Gebäude mit leicht in den Straßenraum vorspringender Baulinie eine dominierende Stellung innerhalb des Straßengefüges zu“, heißt es in der Beurteilung des Denkmalamtes.

Nun wird das Baudenkmal abgerissen und inmitten der Deisingerstraße soll stattdessen ein Platz entstehen. Im Rückraum des Platzes wird ein Wohn- und Geschäftshaus gebaut, in dem die Bäckerei Lehner ein Cafe mit Außengastronomie einrichten wird.

Bei dem Stichwort Cafe kommt gleich der Name Lämmermann wieder ins Spiel. Am 14. Juli 1823 hat der Handelsmann, Buchdrucker und Schriftsetzer Johann Friedrich Lämmermann, Sohn eines Nadlermeisters aus Schwabach das imposante Gebäude, das damals zwei Eigentumshälften hatte für 3.000 Gulden gekauft. Im Jahre 1834 hat man den Anbau entrichtet, der bis zum Abbruch entlang der Herrenschmiedgasse deutlich erkennbar war. In dem als Geschäfts- und Wohnhaus genutzten Gebäude wurde mit Schnitt-, Ellen-, Galanterie- und Spezereiwaren gehandelt. Es wohnten mehrere Parteien in dem Haus unter ihnen auch der königliche Gerichtsarzt Dr. Brebisius, der königliche Landgerichts-Assessor Wolf Richstein und der praktische Arzt Dr. Wilhelm Schuster, die dort ihre Wohnungen hatten. Johann Friedrich Lämmermann hatte es im Pappenheimer Landwehr-Bataillon vom Fähnrich zum Oberleutnant gebracht und war 1828 auch Magistratsrat der Stadt.

Als Besitznachfolger führte sein Sohn aus  3. Ehe, David Friedrich Ernst Lämmermann das Geschäft seines Vaters als Kaufmann weiter und schuf als Konditor bereits das Fundament für das spätere, legendäre Cafe Lämmermann.

Im Jahre 1862 war das Lämmermanngässchen bereits ein feststehender Begriff. In einer Bekanntmachung der Stadt Pappenheim heißt es: „Das sogenannte Lämmermanngässchen da hier, welches ganz neu gepflastert wurde, leidet durch das Befahren mit schweren Wägen wegen seiner geringen Breite wesentlichen Schaden.“ In der Fortsetzung dieser Bekanntmachung wird der  Verkehr mit schwerem Fuhrwerk bei Strafe von 10 Gulden verboten.

 Ludwig Karl Lämmermann und seine Frau Frieda waren es dann, die das Cafe Lämmermann zu einem Treffpunkt für jedermann  in Pappenheim geführt haben. Vom Jahr 1910 an hatten sie das Warengeschäft und die Konditorei verpachtet und führten bis 1917 das damals hoch angesehene Gasthaus „Deutsches Haus“ (jetzt Gästehaus Engeler). Im Jahre  1917 gingen sie in das in das  Lämmermannhaus zurück und führten dort ein Geschäft für Kolonialwaren, eine Konditorei und ab Dezember 1919 auch das Cafe Lämmermann.
Im Jahre 1928 kaufte Ludwig Lämmermann das angrenzende Haus Herrrenschmiedgasse 2, das seitdem zu den Gebäuden des Lämmermannareals gehört.
Karl Lämmermann führt ab 1950 in dem Haus auch ein Geschäft für Zuckerwaren, Tüten und eine Papiergroßhandlung.

Die Fahrschule Schröder hatte ihre Schulungsräume über dem Caferäumen von 1957-1991. Eine praktische Sache, denn nach dem Fahrschulunterricht gab es keine Diskussionen – man ging nach dem Fahrschulunterricht immer ins Cafe Lämmermann, wo Fritz Schröder so machen „Nikolaschka“ für seine Schüler spendierte. Auch nach der Kinovorstellung in den benachbarten „Schloßlichtspielen“ gehörte ein Besuch beim Cafe Lämmermann oft zum Ausklang des Kinoabends.

Von 1958 an waren die Geschäftsräume als Konditorei und Cafe bis 1986 an mehrere Cafe-Betreiber verpachtet, die weiterhin unter „Cafe Lämmermann“ firmierten. Das Cafe Lämmermann war auch Vereinslokal des von Hans Navratil geführten Fotoclubs. Letzter Betreiber, die den Namen Cafe Lämmermann führten waren Ortwin und Hilde Stoppelkamp vom Mai 1968 bis September 1983. In dieser Zeit kam das Cafe zu seiner finalen Blütezeit.

Ab Oktober 1983 wurden die Räume mit teilweise kurzen Laufzeiten als Gaststätte, Pizzeria und Eiscafe unter anderen Namen genutzt. Zum Beispiel als: „Taverna Sorbas“ und „Salonioki“, „Pilsbar Manhattan“ und als „Taverna Europa“.

Vom Jahre 2000 bis zum Jahre 2010 war das Atelier Pico Bello in den Wirtschaftsräumen des vormaligen Cafes Lämmermann beheimatet.

Nach dem Tod des letzten Eigentümers, Dieter Lämmermann am 31.08.2010 standen die Lämmermannhäuser leer und wurden von den Erben an die Stadt Pappenheim verkauft.

Schon in der Anfangsphase des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts überraschte Architekt Clemens Frosch im November 2011 mit der Idee die Lämmermannhäuser abzureißen und dort einen Platz zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Pappenheimer Innenstadt zu gestalten.Viele Anstrengungen waren notwendig, dieses Vorhaben letztendlich umzusetzen.

Quellen: Aufzeichnungen Hans Navratil, Pappenheimer Zeitung,
Fotos:   Sammlung Peter Prusakow,
Text:     Peter Prusakow

Dieser Text ist liegt auch als Historisches Blatt des Heimat- &Geschichtsvereins Pappenheim & Ortsteile e.V. in der Tourist Information bereit.




Reformation in Pappenheim

Bei einem Historischen Stammtisch wird Oskar Leykamm am kommenden Donnerstag,, 26.10.2017 um 19:00 Uhr im Gasthaus“Zum Goldenen Löwen“ über die Reformation in der Stadt Pappenheim sprechen.

Dabei sollen die Vorgänge des 16. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Glaubensstreit speziell in der Stadt Pappenheim besprochen werden. Dem Referenten ist es wichtig, dass es dabei zu lebhaften Gesprächen und Diskussionen mit den Besuchern seines Vortrages kommt. „Es soll eine Stammtischatmosphäre werden, bei der jeder seine Gedanken und Meinungen äußern kann“, wünscht sich der Referent Oskar Leykamm. Der Heimat und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. lädt alle Freunde der Pappenheimer Geschichte zu diesem historischen Stammtisch herzlich ein.

Fotos: Jürgen Leykamm

 




Das wandelnde Lexikon Pappenheims

Im Straßenmuseum Pappenheim wurde jetzt eine Ausstellung für den Ehrenbürger und Archivar Hans Navratil eröffnet.

INFORMATION
Das Straßenmuseum Pappenheim präsentiert seit Februar 2003 Ausstellungen im Schaufester des ehemaligen Schuhhauses Lenk zu Themen, die Pappenheim und seine Geschichte betreffen. Alle Ausstellungen können an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr (in der Nichtlichtzeit – 01:00 bis 05:00 Uhr – ist eine Taschenlampe von Nutzen)  kostenfrei besichtigt werden.

Im Vorfeld seines 95. Geburtstags begegnete der  Pappenheimer Ehrenbürger dem Chronisten und Lehrer Georg Fleischmann der in Persona von Oskar Leykamm, der bei der Ausstellungseröffnung eine hinreißende Laudatio hielt. Die Ausstellung im Museumsfenster ist bis zum 15. September zu betrachten.
Ein Leben in Bildern und Exponaten
Am 28. August dieses Jahres feiert Pappenheims Ehrenbürger und Archivar Hans Navratil seinen 95. Geburtstag. Im Vorfeld dieses Ereignisses präsentiert das Straßenmuseum Pappenheim in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein im Museumsfenster eine Ausstellung, die auf das Leben des allseits beliebten und geachteten Pappenheimers hindeutet. Arrangiert hat die Bilder und Exponate die Pappenheimer Künstlerin Birgit van der Gang.
Zur Ausstellungseröffnung hatten Erika Lenk und Renate Prusakow kürzlich eingeladen und konnten sich über viele Teilnehmer freuen. So waren unter den gut 30 Gästen der Eröffnungsfeier Gräfin Ursula zu Pappenheim, Landratstellvertreter Peter Krauß, Bürgermeister Uwe Sinn, Maria Bartholomäus die Leiterin des Europäischen Hauses und Stadtrat Friedrich Obernöder. Auch Pappenheims vormaliger 2. Bürgermeister Erwin Koll der am gleichen Tag wie Hans Navratil Geburtstag feiert, war zu der Feierstunde gekommen.
Chronist aus dem 19. Jahrhundert erschienen
Nach ihrer Begrüßung konnte Renate Prusakow, die 1. Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins gleich eine sensationelle Überraschung ankündigen. Denn Lehrer und Chronist Georg Fleischmann, Verfasser der bekannten Fleischmannchronik des 19. Jahrhunderts, war in Persona von Oskar Leykamm in das Straßenmuseum gekommen und begrüßte Hans Navratil als Kollegen.
Von den nicht mehr lebenden Kollegen werde er, Fleischmann, immer wieder gefragt, was es denn neues vom „Pappenheimer Hans“ gebe. „Eigentlich nichts, gar nichts, überhaupt nichts. Er ist gesund, charmant, er forscht und schreibt wie eh und je. Der kommt noch lange nicht zu uns“.
Eigentlich, so stellte Fleischmann fest, seien er und Navratil ja keine Profis. „Keine studierten Historiker, keinen Doktortitel – aber volksnah und deshalb wahrscheinlich so beliebt“.
Eine spannende Lebensgeschichte
Geboren in Mährist Trübau hat Hans Navratil das Fotografenhandwerk gelernt und mit 23 Jahren das Geschäft seines Vaters geführt. Schon damals hat ihm sicherlich seine verbindliche Art dabei geholfen, mit den russischen Besatzern und dem tschechischen Stadtkommandanten gut auszukommen. Die Vertreibung aus dem Sudetenland hat Hans Navratil zunächst nach Geislohe geführt, wo ihn wohl – so meinte Fleischmann – ein sprachlicher Schock befallen haben dürfte. Um dies zu unterstreichen sang Fleischmann, alias Oskar Leykamm einige Gstanzl.
Im Jahr 1947 eröffnete Hans Navratil in der Deisingerstraße ein Fotogeschäft, dass viele der Festgäste noch kannten. Dort  entwickelte und leitete Navratil auch über viele Jahre die Pappenheimer Tourismuszentrale. „Damit hast du quasi ganz allein den gesamten Fremdenverkehr von Pappenheim bedient und

Das Pappenheimer Lied

Besonders wohltuend in diesen bewegten Pappenheimer Zeiten empfanden es die Gäste, dass Oskar Leykamm in das Programm seiner Laudatio, neben mehreren Liedvorträgen auch das „Pappenheimer Lied“ vortrug. Dieses Lied kennen alle, die bei dem Liedschreiber und Lehrer August Bergauer in der Pappenheimer Volksschule Unterricht genossen haben.

„Oh Pappenheim, oh Pappenheim
du liebes trautes Städtchen!
Du bist so aal, du bist so jung,
wir lieben mit Begeisterung
dich Pappenheim, dich Pappenheim
 du liebes trautes Städtchen!

Hoch überm Tal grüßt stolz die Burg
und mahnt an alte Zeiten,
wie Pappenheimer Brauch noch war,
als mut´ge, tapf´re Kriegerschar
für Kaisers Nam und Kaisers Recht
mannhaft und Treu zu streiten.

die Touristenströme souverän gelenkt. Ohne Laptop, ohne Handy und ohne E-Mail.
Über Göhren und Zimmern ist Hans Navratil im Jahre 1965 nach Pappenheim gezogen, wo er bis heute wohnt.
In Pappenheim hat er das gesamte Stadtarchiv nicht nur geordnet, sondern die Archivalien auch in einem über 200 Seiten umfassenden Findbuch systematisch registriert. Durch seine Forschungen hat sich Hans Navratil ein enormes Wissen erarbeitet. Noch heute ist er an zwei Tagen in der Woche mit der Registrierung von Archivgut beschäftigt.  „Du bist das wandelnde Lexikon, der Pappenheimer Brockhaus gewissermaßen“, stellte sein Chronistenkollege Fleischmann fest. Darüber hinaus hat Hans Navratil eine ganze Reihe von Schriften herausgebracht. Mit dem Bildband  Pappenheim in alten Ansichten, die Chronik des Mesners Martin Zuttel und die Lebensgeschichte des lebenslustigen Marschalls Friedrich Ferdinand  sind nur einige genannt.

Jeder der Hans Navratil kennt, kennt auch seine Bescheidenheit. Deshalb forderte ihn Fleischmann auf: „Sei heute stolz auf das, was du geschaffen hast und freue dich darüber. Du kannst vieles davon in der heutigen Ausstellung sehen und mit Händen greifen. Deine Pappenheimer sind Dir zu großem Dank verpflichtet.“

„Dem ist nichts hinzuzufügen“, konnte Bürgermeister Sinn bei seinem anschießenden Grußwort  feststellen. Er bedankte sich bei Hans Navratil für seine Verdienste um die Stadt Pappenheim, bei  den Museumsbetreiberinnen für die gelungene Ausstellung. Peter Krauß überbrachte als Stellvertreter die besten Wünsche des Landrats und konnte mit der einen oder anderen Anekdote aufwarten, die ihn mit dem Fotografen und Archivar Hans Navratil persönlich verbindet. Bei einem Glas Pappenheimer Sekt und von der Metzgerei Grobmann gespendeten Häppchen gab es noch so manches meist heitere Gespräch mit und über Pappenheims Ehrenbürger.




Der Einladung nach Berlin gefolgt

Der Heimat-und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. hat kürzlich dank einer Einladung des Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer Berliner Luft mit politischem Flair schnuppern dürfen.

Mit einer 19 köpfigen Gruppe brach der Heimat- und Geschichtsverein zu einer dreitägigen Besuchsreise in die Bundeshauptstadt auf. Dort wurden sie von Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer im Reichstagsgebäude empfangen und durch die „heiligen Hallen“ der Bundespolitik von den Untergeschoßen bis zur berühmten Kuppel geführt. Bei einem politischen Gespräch nahm sich der Abgeordnete viel Zeit um in einer lockeren Gesprächsrunde die Fragen der interessierten Besuchergruppe zu beantworten.
Die Vereinsvorsitzende Renate Prusakow nutzte bei diesem Gespräch auch die Gelegenheit den Abgeordneten um Unterstützung für das nächste anstehende Großprojekt des Vereins zu bitten. Wie mehrfach berichtet, will der Heimat- und Geschichtsverein sein ambitioniertes  Projekt „Wenn Steine sprechen – die Geschichte der Pappenheimer Juden“ mit der Dokumentation der Inschriften auf den Grabsteinen des jüdischen Friedhofs in Pappenheim fortsetzen. Dabei sollen die bereits erfassten Inschriften übersetzt und  in die epidat-Datei des Steinheim Instituts der Universität Essen eingepflegt werden. Auf den jüdischen Grabsteinen sind  nicht nur die Namen sondern auch die Lebensgeschichte der Verstorbenen dokumentiert.
Artur Auernhammer zeigte sich gut informiert über das Projekt. Er habe die Bemühungen des Vereines um dieses interessante Themenfeld sehr interessiert verfolgt und halte es für eine bedeutende Komponente zur Aufwertung der Region, was er nach Kräften unterstützen wolle.

Die Einladung nach Berlin hatte Artur Auernhammer beim Sommerfest des Bayerischen Landtags ausgesprochen. Dort hatte er die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins getroffen, die zusammen mit Adelheid Wenninger im Juli 2016 auf Einladung von Landtagspräsidentin Barbara Stamm Gast beim dem Empfang im Schloss Schleißheim war.

Natürlich haben sich die Pappenheimer auch in Berlin selbst umgesehen. Zum Programm gehörte ein Besuch im Alex-Turm-Cafe, dem höchsten Cafe Berlins. Bei Kaffee und Kuchen drehte man dort eine Runde mit Blick auf die Bundeshauptstadt. Neben einer Stadtführung und einer Schifffahrt auf dem Spreebogen stand auch der Besuch der aktuellen Show im traditionsreichen Friedrichstadtpalast auf dem Programm.

 

 




Der Pappenheimer Untergrund

Beim historischen Stammtisch des Heimat- und Geschichtsvereins Pappenheim und Ortsteile e.V. erläuterte der Mittelarchäologe Wolfgang Steeger seine Funde im Bereich der Grabungen für den Kanal in der Deisingerstraße. Dem interessierten Publikum erklärte Steeger den Zusammenhang der Funde mit Rückschlüssen auf die Besiedelung der Deisingerstraße.

Weit über 100 Funde hat der Mittelalterarchäologe Wolfgang Steeger schon aus den Erdschichten im Untergrund der Deisingerstraße gesichert, beschrieben und dokumentiert. „Es ist nichts spektakuläres dabei“, erklärt Steeger, aber es habe doch wesentlich mehr Funde ergeben als er erwartet habe. Dabei handelt es sich nicht um eine Ausgrabung, sondern lediglich um eine Suche in den unberührten Erdschichten im Randbereich des Kanalgrabens. Es ist ein aufwändiges Geschäft, denn die Funde werden mit  Geodaten eingemessen und vor Ort fotografiert, bevor sie teilweise in Bruchstücken gesichert werden.

Interessant ist die Tatsache, dass es insbesondere im Bereich der Einmündung Bauhofstraße Hinweise und auch entsprechende Funde gab, die auf eine Eisenverhüttung in der vorchristlichen Keltenzeit hindeuten. „Dann ist 1.000 Jahre nichts passiert“ stellt Steeger fest, denn die nächsten Funde weisen auf das Hochmittelalter (12.bis 13. Jahrhundert) hin. Grund hierfür könnte sein, dass der Verlauf des Altmühlufers bis an den Burgberg heranreichte. Aus der Zeit des Mittelalters  finden sich Reste von Bauten und handwerklichen Anlagen. „Die Deisingerstraße könnte das erste Industriegebiet in Pappenheim gewesen sein“, vermutet Steeger. Allerdings bräuchte es hier noch genauere Untersuchungen und vor allem Grabungserweiterungen um hier konkrete Ergebnisse zu bekommen. Derzeit hat der Archäologe neben Fundstücken aus der vorchristlichen Eisenverhüttung  mehrere Pfosten von baulichen Anlagen, Keramik- und Glasstücke, sowie Profile von Lehmöfen gefunden. Die Funde werden nach der Erfassung und Beschreibung an das Landesamt für Denkmalpflege zur Begutachtung übersandt. Dann kommen die Funde nach Pappenheim zurück, denn sie sind Eigentum der Stadt Pappenheim. „Es ist ein toller Befund, weil wir was über die Stadt herausgefunden haben. Damit hätte ich nicht gerechnet“, stellte Steeger bei seinem Vortag fest.
Nach dem Vortrag konnten die Besucher einige  Fundstücke  genauer betrachten, dem Experten auch die eine oder andere Frage stellen.




Zusammen mit den Wegbegleitern gefeiert

Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. (HGV), hat kürzlich sein 10-jähriges Vereinsjubiläum im evangelischen Gemeindehaus zusammen mit vielen Wegbegleitern gefeiert, die den Verein in vielerlei Hinsicht unterstützt haben.

Lebendige Geschichte
Dekan Popp als Hausherr der Veranstaltung begrüßte die rund 130 Gäste. Er hatte in der 10-jährigen Geschichte mehrfach die Räume der evangelischen Kirchgemeinde für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Es ist ja gemessen an den 800 Jahren alten Balken im Gemeindehaus noch ein Verein in den Kinderschuhen. Aber – so Dekan Popp – „wenn es den Verein nicht gäbe, dann müsste man ihn erfinden“. Denn mit 186 Veranstaltungen hat der heute 43 Mitglieder zählende Verein allerhand geleistet.

Renate Prusakow, die den Verein am 12.Janaur 2007 im Gasthaus zum Goldenen Löwen zusammen mit Brigitte Boscher, Hilde Goertz, Erika Lenk, Hans Navratil, Friedrich Obernöder, Stephan Reuthner und Andreas Schwenk im Gasthaus zum Goldenen Löwen gegründet hat freute sich, dass so viele Wegbegleiter des Vereins gekommen waren. So konnte sie mit Gräfin Ursula zu Pappenheim, MdL Manuel Westphal, Landratstellvertreter Peter Krauß sowie Sparkassen-Vorstandsmitglied Rita Smischek und Filialleiterin Stefanie Mehringer echte Freunde und Förderer des Vereins begrüßen. Diese haben dem Verein im Verlauf der Veranstaltung einen Scheck überreicht (wir haben berichtet).

Vom Geschichtsverein „Die Pappenheimer“ aus Gräfenthal war eine stattliche Abordnung  gekommen. Hans-Peter Zuttel aus Zürich ist ein Nachfahre des berühmten Pappenheimer Mesners und Siebmachers Johann Martin Zuttel. Seit vielen Jahren ist er dem HGV und der Stadt Pappenheim freundschaftlich verbunden und so ist er auch zum 10-jährigen Vereinsjubiläum angereist.

Lebendige Geschichte für alle, das, so betonte Renate Prusakow sei das Ziel des Vereins, der derzeit 43 Mitglieder zählt. Die stattliche Anzahl von Veranstaltungen der vergangenen 10 Jahre  sind in einer Chronik dargestellt, die die Vorsitzende bei der Jubiläumsfeier präsentierte. In dem 64-seitigen Heft findet sich eine Bilddokumentation durch die 10-jährige Vereinsgeschichte. Dargestellt werden in der Broschüre auch die Spuren der Pappenheimer in Brandenburg, Gräfenthal, Lützen, Stade, Cuxhaven.

Als schönste und erfolgreichste Veranstaltung erkennt Renate Prusakow „Das Seil der Verbundenheit“. Beim Historischen Fest im Jahre 2007 hatten Vereine und Gruppen aus allen Ortsteilen aus Einzelstücken ein 1,3 km langes Seil um den Burgberg geknüpft.  Als symbolische Erinnerung an diese Gemeinschaftaktion knüpften Kinder der Grundschule Pappenheim zusammen mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr Zimmern einige Seilstücke zusammen.
Die Chronik des HGV ist derzeit in der Tourist-Information zu bekommen.

Wie bei vielen Vereinsveranstaltungen so gestaltete auch diesmal die Stadtkapelle Pappenheim mit Dirigentin Ina Stengl den musikalischen Rahmen. Zu Ehren von Gräfin Ursula zu Pappenheim eröffneten Sie die Feierstunde mit dem Pappenheimer Marsch.

Die Grußworte
„Wer seine Geschichte nicht kennt, kann seine Gegenwart nicht verstehen und seine Zukunft nicht gestalten“, hob Landtagsabgeordneter Manuel Westphal bei seiner Festrede hervor. Mit der Geschichte Pappenheims habe der Verein ein reiches Betätigungsfeld. Besonders zu loben sei dabei, dass der Verein gerade dabei sei, mit viel Engagement die reichhaltige Geschichte der Juden in der Stadt professionell dokumentieren und weltweit abrufbar darstellen will.

Die reichhaltige Geschichte, die auch eng mit den Pappenheimer Reichserbmarschällen verbunden ist hat Pappenheim seinen berühmten Spruch „Daran erkenn´ ich meine Pappenheimer“ zu verdanken. Diese kommen in dem  3. Akt des Schillerdramas  Wallensteins Tod vor. Die Bedeutung dieses Ausspruchs deute auf die Treue und Zuverlässigkeit des Pappenheimer Regiments im Dreißigjährigen Krieg hin. Mit 186 Veranstaltungen in 10 Jahren habe der Verein erstaunliches geleistet. Für dieses Engagement bedankte sich Westphal bei allen, die daran beteiligt waren und wünschte, dass man weiterhin mit so viel Herzblut dem Anspruch gerecht werden, in die Geschichte einzutauchen und sie lebendig und für jedermann verständlich darzustellen.

Viel Lob gab es auch von Landratstellvertreter Peter Krauß der sich erinnerte, dass der Verein ursprünglich belächelt wurde sich aber schnell in Pappenheim etabliert hat. Gemessen an den Jubiläen bei denen er sonst Grußworte zu sprechen habe seien 10 Jahre keine lange Zeit, das Besondere sei jedoch Vielzahl und Vielfalt der Angebote und Veranstaltungen in einem breiten Betätigungsfeld der Pappenheimer Geschichte. Er selbst habe auch schon als Herausgeber des Büchleins „Die Pappenheimer Bettschoner“ anlässlich seines 70. Geburtstages mit dem HGV zusammengearbeitet. Damals hatte der Verein die komplette Gestaltung des Werkes übernommen. Krauß wies auch auf die weit gestreuten Spuren der Pappenheimer hin, denen der HGV schon mehrfach nachgereist ist. Dabei hat sich eine schon seit vielen Jahren bestehende Freundschaft mit  dem Geschichtsverein „Die Pappenheimer“ in Gräfenthal entwickelt. Immer wieder sei er mit dem HGV nach Gräfenthal gereist. Erst kürzlich habe er zusammen mit dem HGV aus Pappenheim das 25-jährige Jubiläum der Pappenheimer in Gräfenthal besucht.

In Vertretung für Bürgermeister Uwe Sinn überbrachte Kulturreferentin Christa Seuberth den Dank und die Anerkennung der Stadt Pappenheim.

Theatergruppe Pappenheim
Ein ganz besonderes Geschenk überbrachte die Theatergruppe Pappenheim, die für den HGV immer wieder besondere historische Begebenheiten in Szene setzte. Zum Jubiläum kam Bürgermeister Rukwid (Bernhard Pappler) höchst persönlich mit Gehrock und Zylinder, um den Festgästen über Pappenheimer Personen und Besonderheiten  zu berichten, die in der Welt aufhorchen ließen. „Denn Pappenheim und die Pappenheimer machten in allen Jahrhunderten von sich reden“, erinnerte sich Bürgermeister Rukwid alias Bernhard Pappler. Zur Sprache kamen Personen und Begebenheiten.

Da gab es von Johannes Meyer zu berichten, der durch seine Schriften zu historischen Büromaschinen Weltruhm erlangte und für den im Jahre 2009 am Haus der vormaligen Druckerei Lampmann eine Erinnerungstafel enthüllt wurde. Die Dichterin und Romanautorin Sophie Hoechstetter (Anette Pappler) erschien sogar höchst persönlich und trug eines ihrer Gedichte vor.

Auch der Mesner und Chronist Johann Martin Zuttel (Peter Salisch) war zur Feier gekommen und berichtete von der Mohrentaufe aus dem Jahre 1733im gräflichen Haus. Ein Nürnberger Kaufmann hatte der Gräfin einen jungen Mohren zum Geschenk gemacht. In seinem Vortrag erinnerte Zuttel an die Taufzeremonie in welcher der Mohr den Namen „Friedrich Ludwig Jamaika“ erhielt.

Natürlich kam auch Marschall Friedrich Ferdinand zur Sprache, dessen viele Frauen und Kinder bei einer Marktplatzratscherei von Marianne Pappler, Britta Schober, Lydia Schmid, Pia Brunnenmeyer und Irene Salisch nähergebracht wurden.

Erinnert hat Bürgermeister Rukwid auch an die Frauenrechtlerin Dr. Dr. Bertha Kipfmüller und den Bau der Wohnanlage Waldfrieden im Jahre 1910.

„Daran erkenn´ ich meine Pappenheimer“ dieses Zitat aus dem Schillerdrama Wallsteins Tod stellten Wallenstein (Holger Wenzel) und der Gefreite aus dem Pappenheimer Regiment (Daniel Enderle) ins Rampenlicht, indem sie die die original Textpassagen aus dem dritten Akt zitierten.

Viel Dank und neue Ehrenmitglieder
Bevor die Gäste zu einem Imbiss eingeladen wurden, dankte die Vorsitzende all ihren engagierten Wegbegleitern. Sie bedankte sich bei den Damen der Tourist-Information und bei ihren fleißigen Helfern  im Verein. Als besonderer Ausdruck des Dankes wurde Erika Lenk, ohne die es das Straßenmuseum Pappenheim nicht geben würde zum Ehrenmitglied der Heimat- und Geschichtsvereins ernannt. Und auch Hans- Peter Zuttel aus Zürich erhielt diese Auszeichnung als Förderer und treuer Wegbegleiter des Vereins.

 

 

 




Miteinander ist einfach

Vorstandsmitglied Rita Smischek von der Sparkasse Mittelfranken Süd und Stefanie Mehringer, die Filialleiterin der Sparkasse Pappenheim haben jüngst bei der Veranstaltung zum 10-jährigen Jubiläum des Heimat- und Geschichtsvereins Pappenheim und Ortsteile e.V. (HGV) für eine freudige Überraschung gesorgt. Sie überreichten im Namen der Sparkasse einen Scheck über 1.000 Euro an die Vereinsvorsitzende Renate Prusakow, die sich vor 130 Gästen der Veranstaltung recht herzlich bedankte. Auch die Jubiläumsbroschüre hatte die Sparkasse mit einer Werbeseite unterstützt. „Miteinander ist einfach“, diesen schönen Gedanken der Sparkasse hob die Vereinsvorsitzende besonders hervor und verwies auf die vielen Verbindungen des Heimat- und Geschichtsvereins, vomn Bodensee bis zur Nordseeküste von Brandenburg bis Regensburg, bei denen sich ganz einfach, durch Rücksichtnahme und Toleranz ein wunder bares Miteinander entwickelt hat.

Auf dem Foto von links:
Adelheid Wenniger Kassenwartin, Stephan Reuthner Stradtarchivar, Hans Navratil Ehrenbürger und Ehrenmitglied des HGV, Renate Prusakow Vorsitzende, Stefanie Mehringer Filialleiterin der Sparkasse Pappenheim, Rita Smischek Vorstandsmitglied der Sparkasse Mittelfranken Süd

Der Artikel über die Jubiläumsfeier folgt in Kürze




Archäologische Funde in der Deisingerstraße

Beim historischen Stammtisch des Heimat- und Geschichtsvereins Pappenheim & Ortsteile e.V. am Dienstag, 11.April 2017, 19:30 Uhr wird der bekannte Mittelalterarchäologe Wolfgang Steeger im Pappenheimer Bürgersaal über seine archäologischen Funde in der Deisingerstraße berichten.

Wie mehrfach berichtet, wird die Baustelle zur Erneuerung des Kanals und der Wasserleitung in die Deisingerstraße archäologisch begleitet. Bereits in den ersten Wochen konnten von dem Mittelalterarchäologen Wolfgang Steeger spektakuläre archäologische Funde herausgearbeitet werden, die auf eine vorchristliche Besiedelung der heutigen Pappenheimer Altstadt hindeuten.

Über seine Funde und die damit im Zusammenhang stehenden Erkenntnisse wird Wolfgang Steeger bei einem historischen Stammtisch

im Bürgersaal Stadtvorteigasse  3. Etage (Aufzug vorhanden) berichten.Die Veranstaltung beginnt am Dienstag 11.04.2017 um 19:30 Uhr




Ausstellung zum 10-jährigen Jubiläum

Fotos: Adamina Mulder

Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen. Im Straßenmuseum Pappenheim hat der Verein jetzt eine Ausstellung eröffnet, die mit Bildern und Exponaten ein beeindruckendes Zeugnis davon ablegt, was der kleine Verein geleistet hat. Neben den „Bildern des Jahres“ aus verschiedenen Jahren finden sich in der Ausstellung Hinweise auf die vielen Veranstaltungen, die der Verein angeboten hat. Es sind immerhin 186 Veranstaltungen, die der Verein in seinen Gästebüchern nachweisen kann. Gestaltet wurde die Ausstellung im Straßenmuseum von der Pappenheimer Künstlerin Birgit van der Gang. „Lebendige Geschichte für jedermann“, das ist das Leitthema unter dem sich der Heimat- und Geschichtsverein am 12.01.2007 im Gasthaus zum Goldenen Löwen gegründet hat.

Am Samstag, 08. April 2017 um 11:30 Uhr feiert der Verein im evangelischen Gemeindehaus mit Freunden und Ehrengästen das 10-jährige Gründungsfest. Unter Mitwirkung der Theatergruppe und der Grundschule Pappenheim sollen bei diesem Fest Heimat und Geschichte in Pappenheim hochleben. Dazu sind alle eingeladen, die Interesse an lebendiger Geschichte haben.

Wie immer ist das Museumsfenster in der Graf-Carl-Straße 17 rund um die Uhr für den interessierten Betrachter geöffnet.




Den 10-jährigen Gründungstag gefeiert

Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V.  hat am Tag seiner Gründung dem 7.Januar 2007  auf 10-Jahre Vereinsgeschichte zurückgeblickt. Der kleine Verein konnte in der internen Feierstunde auf ein enormes ehrenamtliches Engagement zurückblicken.

Bei der kleinen Feierstunde dankte die 1. Vorsitzende Renate Prusakow allen Mitgliedern für ihre Bereitschaft,  sich für den Heimat- und Geschichtsgedanken  in Pappenheim einzusetzen. „Drei Gästebücher sind von den vielen Veranstaltungen des Vereins schon geschrieben“, stellte die Vorsitzende mit Stolz fest. Bei ihrer Rede erläuterte sie die zentralen Punkte der Vereinsaktivitäten. Dabei geht es in erster Linie um die Darstellung der geschichtlichen Besonderheiten in Pappenheim. Aber auch über die Stadtgrenzen hinaus wirkt der Verein mit den Themenblöcken „die Geschichte der Pappenheimer Juden“ und „auf den Spuren der Pappenheimer“.

So waren die Dokumentation des geschichtsträchtigen jüdischen Friedhofs und die Bedeutung der Juden für die historische Stadtentwicklung zusammen mit den Veranstaltungsreihen im Rahmen Jüdischer Tage in Pappenheim, zentrale Ereignisse in der 10-jährigen Vereinsgeschichte. Im Rahmen der Jüdischen Tage seien viele Prominente Besucher nach Pappenheim gekommen.

„Die Spuren der Pappenheimer Reichserbmarschälle“ das zweite große Vereinsthema führte die geschichtsinteressierten Pappenheimer neben vielen anderen Orten nach Brandenburg , Cottbus , Cuxhaven, Stade ,  Gräfenthal und  Lützen. Von Lützen bekam die Stadt im vergangenen Jahr die brillante „Pappenheimausstellung“  und die lebendige Freundschaft mit dem Heimat- und Geschichtsverein „Die Pappenheimer“ in Gräfenthal (Thüringen) wird mit einer Fahrt nach Gräfenthal im März 2017 weiter gestärkt. Persönliche und enge Verbindungen des Vereins gibt es auch zu Hans-Peter Zuttel aus Zürich, Nachfahre der Mesnerfamilie  Zuttel, der schon zu vielen Veranstaltungen des Vereins aus der Schweiz angereist ist.

Gepflegt werden auch  die Freundschaften mit der Gemeinde Bellenberg. An zwei Pappenheimer Häusern wurden vom Verein Schilder angebracht, die auf den Grafen Friedrich Ferdinand (Bahnhofstraße) und die berühmte  Pappenheimerin Dr. Dr. Bertha Kipfmüller (Klosterstraße, Kunst und Cafe) hinweisen. Auch 100 Jahre Geschäftshaus Druckerei Lampmann (jetzt Galerie van der Gang) wurde gefeiert.

Verweisen konnte Renate Prusakow auf einige Schriften, die der junge Verein herausgebracht hat. Dazu gehören die Dokumentationsschriften über den jüdischen Friedhof genauso wie die Neuauflage der Fleischmannchronik, die Tagebücher des Mesners Zuttel und das Büchlein anlässlich des 70. Geburtstags von Peter Krauß „Die Pappenheimer Bettschoner“  mit netten Geschichten aus dem Pappenheim der 1920er Jahre. Neuauflage  des Bildbandes von Hand Navratil  „Pappenheim in alten Ansichten“. Der Verein hat auch eine Festschrift über den Beginn des sozialen Wohnungsbaus in Pappenheim mit der Wohnsiedlung „Waldfrieden“ herausgebracht. Ständig begleitet wird die Arbeit des Heimat- und Geschichtsvereins von den Ausstellungen im Straßenmuseum Pappenheim. Dass es diese Möglichkeit gibt, ist in erster Linie Erika Lenk zu verdanken, die das Museumsfenster und die Räume kostenlos zur Verfügung stellt. Das allerschönste Erlebnis – so die Vorsitzende des HGV- war aber im Jahr 2007 die Aktion zur 1200 Jahrfeier der Stadt Pappenheim „das Seil der Verbundenheit“. Bei dieser Aktion, haben sich wirklich alle Ortsteile, die Sparkasse und die Feuerwehr an einer Aktion beteiligt aus 2,50 m langen Einzelstücken ein 1,3 km langes Seil um den Burgberg zu knüpfen. Diese Aktion, die den wunderbaren Gemeinschaftsgeist in Pappenheim vor 10 Jahren aufzeigt ist auf der nachfolgenden Bildpräsentation festgehalten




Europäischer Tag der jüdischen Kultur

Auch Pappenheim beteiligt sich am Europäischen Tag der jüdischen Kultur, zu dem der Heimat- und Geschichtsverein zwei Veranstaltungen anbietet. Zum 17. Mal veranstalten jüdische und nichtjüdische Organisationen gemeinsam den Europäischen Tag der jüdischen Kultur, am Sonntag, den 04. September. Von Norwegen bis in die Türkei, von Großbritannien  bis nach Georgien öffnen sich in 35 europäischen Ländern an diesem Tag jüdische Kulturdenkmäler ihre Tore, Synagogen, Friedhöfe, Schulhäuser und Museen und stehen zur Besichtigung offen.

In Pappenheim  gibt es einen der ältesten Jüdischen Friedhöfe Mittelfrankens. Deshalb beteiligt sich der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim erstmals am Netzwerk Augsburg Schwaben und München und lädt anlässlich des Europäischen Tags der jüdischen Kultur zu zwei Veranstaltungen ein.

Am Freitag, den 26. August 2016 um 17.00 Uhr im Haus der Bürger Klosterstraße 14,.zum Vortrag mit  Sousana Hasan, wissenschaftliche Mitarbeiterin vom im Jüdischen Kulturmuseum Augsburg. Einblicke zum Thema: Aktionstag und Netzwerk zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur . Eintritt frei.

Am Sonntag, den 04. September ist der  Jüdische Friedhof, Bgm. Rukwid Straße ab  13.00 Uhr geöffnet..
Um 13.30 Uhr Führung auf den Spuren der Pappenheimer Juden mit Renate Prusakow.
Herren werden gebeten im jüdischen Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.